5. November 2016

[Rezension] Carpe Diem



https://www.carlsen.de/taschenbuch/carpe-diem/17814  http://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/carpe_diem/autumn_cornwell/ISBN3-551-31605-8/ID45189604.html  https://www.amazon.de/Carpe-diem-Autumn-Cornwell/dp/3551316058/ref=tmm_pap_swatch_0?_encoding=UTF8&qid=&sr=

 (Klapptext)
Die 16-jährige Vassar weiß genau, was sie will: erst den besten Schulabschluss, dann auf eine Eliteuniversität. Warum soll sie also ausgerechnet jetzt, kurz vor den Prüfungen, ihre verrückte Großmutter in Südostasien besuchen? Widerwillig packt Vassar zehn (!) Koffer und reist in den Dschungel. Dort muss sie bald einsehen, dass aufblasbare Toilettensitze keine Familiengeheimnisse lösen - und auch nicht helfen, wenn man sich unsterblich verliebt.
 

Unentschieden. Ich finde keins von beiden wirklich toll. Das Orginal ist ja an sich ganz hübsch, hat aber überhaupt nichts mit der Handlung zu tun und lässt mich eher an eine Elfengeschichte denken. Das Deutsche Coverhat da schon einen klaren Bezug zur Handlung und Vassars immer währendes Toilettenproblem in Südostasien. Dennoch spricht es mich eben nicht so richtig an.
 
Noch nie hatte ich ein so übergroßes Beispiel an Planungswut wie Vassar, vor Augen.
Gleich zu Beginn des Buches, erlebt man das allabendliche Ritual der Familie Spore, die "Besinnungsstunde" in der Vassar ihre großen Lebensziele formuliert und man sieht auch gleich vorher Vassar ihren Kontrollzwang hat: den lieben Eltern. So vollkommen auf Leistung getrimmt fällt es ihr schwer überhaupt etwas anderes als ihren großen Lebensplan wahrzunehmen. Als ihre Großmutter sie dann kurzerhand nach Südostasien "entführt" gerät ihre wunderschön ausgearbeitete Planung jedoch ins wanken.
Die Handlung baut auf diesen seltsamen Protagonisten und vor allem auf die allerhand aberwitzigen Situationen in die sie gerät auf. Sei es der Umgang mit ihrer eigenwilligen Großmutter, verschiedensten Toiletten Debakel oder eine Verfolgungsjagt in Kambodscha. Immer wieder muss man lachen und dabei gleichzeitig den Kopf schüttelt über Vassars Hilflosigkeit.
Das komplette Gegenteil dazu bildet Vassars Großmutter die lebensfroh, spontan und schon ein wenig verrückt ist. Der dritte im Bunde ist Hanks der asiatische Cowboy mit aufgeklebten  Kotletten und schon bald Eroberer von Vassars Herzen.
Auch wenn diese Charaktere einem oft lustige Momente bescheren, waren sie mir etwas zu überspitzt. Abgesehen von den offensichtlichen Macken fehlte es ihnen an Tiefe, vor allem Hanks, denn mehr als den netten Cowboy der Vassar gerne neckt, konnte ich nicht erkennen. Schade.
Was das große Geheimnis angeht, war ich ziemlich enttäuscht. Ich wusste es bereits nach dem ersten Kapitel. In dem Sinne kam also keine große Spannung auf. Das soll nicht heißen, dass es langweilig war. Vassars Marathon durch Südostasien ist wirklich unterhaltsam, nur ist dieses große Geheimnis, um das so ein Wirbel gemacht wird eben zu leicht zu erraten, wenn man aufmerksam gelesen hat. Zum Ende hin wurde es dann etwas dramatischer und dieser Teil hat mir sehr gut gefallen.
Der Schreibstil ist frisch, jugendlich und angenehm zu lesen. gerade Vassars oft trockene oder zynische Gedanken bringen einem immer wieder zum Schmunzeln.
 
Kleine Nebensache:
Carpe Diem ist Latein und heißt wörtlich Pflücke den Tag und im Sinne soviel wie Genieße den Tag. Oft wird es mit Nutze den Tag übersetzt, obwohl das eigendlich nicht ganz richtig ist. Der Ausdruck stammt von Horaz aus dem Jahr 23 v.Chr. Er hat damit aber nicht gemeint unbedingt aktiv zu sein und etwas zu unternehmen, sondern einfach den Tag und das Leben zu genießen und bewusst wahrzunehmen.

Carpe Diem ist ein netter und vor allem lustiger Leckerbissen für Zwischendurch.



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