10. Februar 2017

[HoS Rezension] Eisblaue Augen - Sandra Bäumler


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(Verlagstext)
Als die achtzehnjährige Alex in einer originalen »Jane Eyre«-Ausgabe ihrer Großmutter eine Handvoll geheimnisvoller Tagebuchblätter findet, ahnt sie noch nicht, wie sehr diese ihr weiteres Leben bestimmen werden. Sie erzählen von der jungen Kate, die im C ihre Arbeit als Gouvernante in einem englischen Landhaus am Meer aufnimmt, wo sie sich unsterblich in den undurchsichtigen Hausherrn Valen Morrisey verliebt. Alex' Neugier ist geweckt, als sie herausfindet, dass es dieses Haus noch immer gibt. Sie macht sich auf den Weg nach Cornwall und lernt dort den überaus gutaussehenden Jay mit den eisblauen Augen kennen, der ihr nicht nur bei ihren Nachforschungen hilft, sondern auch selbst nicht ganz das ist, was er vorzugeben scheint…  

Hübsch. Nicht mehr oder weniger. Irgendwie sehen fast alle Impress Cover gleich aus: Ganz nett, aber umhauen tun sie mich nicht.
(Achtung: Dies ist eine Hall of Shame kurz HoS Rezension! Die bedauernswerten Exemplare die dort landen, sind mir so dermaßen gegen den Strich gegangen, dass ihre Rezension grausame Seelenpein für ihre Fans bedeuten könnten. Als Fan des betreffenden Buches rate ich also zu Abstand. Des weiteren liegt es mir fern Autoren als Person zu beleidigen oder deren Leistung ein Buch zu veröffendlichen zu verunglimpfen. Meine, zugegeben scharfe Kritik richtet sich lediglich an Handlung, Charaktere  und Plot eines Buches. Nehmt mich also wie die goldene Himbeere nicht all zu ernst)

Schon allein „Jane Eyre „ hat ausgereicht meine Aufmerksamkeit an diesem Buch zu wecken. Zusammen mit „geheimnisvoller Tagebuchblätter“ „19. Jahrhundert„ und „ englischen Landhaus am Meer“ reichte es aus das Buch auf den heimatlichen E-Reader zu packen. Ich versprach mir einen unterhaltsamen Fantasyroman mit altenglischem Flair und einer bittersüßen Liebe.
Bekommen habe ich ein Buch das klischeehafter nicht sein könnte.

Der Anfang war noch vielversprechend. Protagonistin Alex findet im Schrank ihrer verstorbenen Oma Bücher aus dem 19. Jahrhundert in denen Tagebuchseiten versteckt sind. Geschrieben wurden sie von Kate, einer Governante in Cornwall. Fasziniert liest Alex von deren übernatürlichen Erlebnis und man selbst als Leser fiebert auch mit Kate mit. Da ließ es sich auch verschmerzen,dass Kate hin und wieder zu modern geraten ist. z.B fürchtet sie sich einmal schizophren zu werden, der Begriff Schizophrenie wurde aber erst 1908 „erfunden“ Upps!.
Wie dem aus sei im Großen und Ganzen waren die ersten 50 Seiten noch unterhaltsam. Alex findet heraus dass es das Herrenhaus gibt und reist dorthin. Und dann kam Jay!
Ab diesem Zeitpunkt ist dieses Buch eine einzige Abwärtsspirale. Steigt ein in den Klischee-Zug, Endstationen: Kitschhausen.

Das ganze fängt schon bei Jay mit den eisblauen Augen an. Der ist nämlich super mega hammer heiß. Der Typ ist so hot, dass allen Mädels fast das Höschen weg fliegt. Allen vorran unserer lieben Alex. Zwar macht sie am Anfang einen auf zickig, aber schon vom ersten Moment hechelt sie ihm hinterher wie eine läufige Hündin und wird auch nicht müde immer wieder zu schildern, wie suuuuper toll er doch aussieht. Vielleicht hat sie aber auch einfach nur Hunger, ich weiß es nicht so genau denn immer sind es die selben Formulierungen die sie benutzt: Er ist eine Sahneschnittchen, eine Sahnetorte, super lecker, zum anbeißen ect.
Natürlich ist Jay auch mega einfühlsam und klug, hat einen ausgewachsenen Beschützerinstinkt und was noch? Ach ja er ist natürlich auch reich und spricht 6 Sprachen und hat sowieso immer einen Plan. Die Sorte von Mann eben die wir uns alle als 13-Jährige wünschen, von denen wir aber wissen dass sie a) nicht existieren und b) als Buchcharaktere die langweiligsten Flachpupse überhaupt sind, immerhin machen Fehler die Menschen erst einzigartig.

Der spannende Fantasyanteil verschwindet nach dem Zusammentreffen von Alex und Jay dann auch erst einmal ins Nirgendwo. Stattdessen gibt es langweiliges vorhersehbares Flirtgebrabbel zwischen den Beiden, der vom Sex am Tag 2 des kennen Lernens gekrönt wird. Die betreffenden Szenen sind doch ausführlicher beschrieben, was meine anfängliche Vermutung ich sei einfach nur zu alt für das Buch widerlegt. Nach dem sie einmal zusammen gefunden haben können sie nicht mehr voneinander lassen. Das Verhalten der beiden wirkt, als sei es der Fan Fiction einer 14 Jährigen entsprungen, sie sind ständig am fummeln, knutschen und mehr. Hin und wieder noch ein schmalziger Dialog dazwischen und voilà.

Irgendwann fällt einem dann doch noch ein dass es ja ein Geheimnis zu lüften gab. Also fliegt man mal eben nach Paris. Ich frage mich an dieser Stelle wo das Mädel überhaupt das ganze Geld herhatte. Gerade mal mit der Schule fertig und hat Geld um mal ebenso durch England, Frankreich und Deutschland rumzutouren. Da fehlen einfach die Details und der Hintergrund der Charaktere. Es hätte ja z.B schon gereicht zu erwähnen was die Eltern arbeiten oder dass sie gut verdienen. Aber wie viele anderen Sachen wird es hier einfach vorausgesetzt. Auch mit der Mutter ist es so eine Sache. Der stört es nämlich überhaupt nicht, dass ihre Tochter sie anlügt und fröhlich in einem fremden Land durch die Gegend zieht und sich zwei Tage nicht meldet und darüber hinaus mit einem Kerl den sie erst seit 2 Tagen kennt eine Motorradtour veranstalten will. „Also Schatz, das war nicht nett zu lügen, aber mach ruhig“ war die einzige Reaktion. Ich hatte an vielen Stellen einfach das Gefühl, dass sich die Autorin alles so biegt, wie sie es gerade braucht, völlig egal ob das nun passend oder logisch ist.

Im letzten 3 wird es dann actiongeladener, aber nicht wirklich spannender. Dafür sorgen die vielen Klischees. Sei es der Geheimbund der wie die Man in Black beschrieben ist oder Dialoge alla:

„Schätzen du weißt zu viel“
- „Töten sie mich jetzt?“
„Schätzchen, nimms nicht persönlich“

Gähn. Die Bösen Leute sind also hinter unserm Traumpaar hinter her. Warum, wieso, weshalb wird ganz wenig auf einer halben Seite erklärt, so wie eigentlich alle Hintergründe in diesem Buch. Man weiß was man nicht weiß: So ziemlich alles. Jay sagt was getan werden soll und Alex nickt, sabbert und läuft hinterher. Sie muss ein riesen Opfer bringen aber whatever Jay hat es so gesagt und sie sind ja nach 3 tagen gegenseitigen Kennens ja so Supi Dupi verliebt. For Evaaa Togethaaa, scheiß auf alles andere. So endet nämlich das Buch. Kein Konflikt wurde gelöst, absolut nichts erreicht, aber sie sind zusammen, das reicht ja wohl.

Was die Sprache angeht so schwankt die Autorin zwischen massiven Wiederholungen (ich schwöre, wenn ich noch einmal Lara Croft-Forschungsdrang lese raste ich aus) und der krampfhaften Bemühung diese zu vermeiden, indem dann unpassende Synonyme wie Mobile Phone verwendet werden und sich immerzu die Beine von Alex wahlweise in Pudding, Wackelpudding oder Götterspeise verwandeln.
Das Buch hatte eigentlich eine solide Grundidee konnte diese aber nicht umsetzten. Eine lückenhafte Hintergrundstory, massenweise Klischees und Charaktere mit der Tiefe einer Butterstulle vermiesen das Lesevergnügen.


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